Erektile Dysfunktion
Diabetes und Adipositas

Diabetes und erektile Dysfunktion: Gibt es einen Zusammenhang?

Erektile Dysfunktion (ED) ist ein häufiges Problem für Männer, einschließlich derer mit Diabetes. Bis zu 75 % der männlichen Diabetiker leiden an erektiler Dysfunktion, daher ist klar, dass ein Zusammenhang zwischen Diabetes und erektiler Dysfunktion besteht.1

In diesem Artikel werden wir das Grundlagenwissen über erektile Dysfunktion darlegen, den Zusammenhang zwischen Diabetes und erektiler Dysfunktion untersuchen und diskutieren, wie ein effektives Management von Diabetes Männern helfen kann, die Entwicklung einer erektilen Dysfunktion zu vermeiden.

Was ist erektile Dysfunktion?

Bei dieser häufigen Erkrankung kann ein Mann keine Erektion bekommen, die fest genug für den Geschlechtsverkehr ist (oder er ist nicht in der Lage, eine Erektion lange genug zu halten, um Sex zu haben). Das betrifft etwa 50 % der Männer zwischen 40–70 Jahren.2

Es gibt mehr als eine Ursache für erektile Dysfunktion. Viele physische und psychische Faktoren hängen mit der Störung zusammen.

Rein körperlich können alle Veränderungen der Nerven-, Muskel- und Blutgefäßfunktion zur Entwicklung einer erektilen Dysfunktion beitragen. Einige der bekannten Risikofaktoren sind Herzerkrankungen, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Rauchen, Fettleibigkeit und natürlich Diabetes (dazu später mehr).

Psychische Faktoren wie Angstzustände, Depressionen, Stress und Beziehungsprobleme können ebenfalls zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Behandlung von erektiler Dysfunktion

Psychologische Behandlung

Viele Männer mit erektiler Dysfunktion können von Sexual- und Beziehungsberatung profitieren. Auch, wenn es eine Ursache gibt, die weitgehend verantwortlich ist, kann die erektile Dysfunktion die psychische Gesundheit und die Beziehungen eines Mannes beeinträchtigen. Forschungsergebnisse legen nahe, dass Psychotherapie bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten gegen erektile Dysfunktion die Ergebnisse verbessert, selbst wenn eine körperliche Ursache identifiziert wurde.3

Tabletten

Medikamente gegen erektile Dysfunktion sind im Allgemeinen die häufigste Behandlungsoption. Viele Männer halten Viagra für das einzige Medikament gegen erektile Dysfunktion, aber es gibt noch mehrere andere, darunter Tadalafil (Markenname Cialis), Vardenafil (Markenname Levitra) und Avanafil (Markenname Stendra).4

Die Medikamente gehörenalle zu einer Medikamentenfamilie namens PDE-5-Hemmer. Sie wirken, indem sie die glatte Muskulatur im Penis entspannen, was wiederum die Blutgefäße entspannt und den Blutfluss erhöht. Der Penis kann sich leichter mit Blut füllen, was zu einer Erektion führt.

Sie müssen immer noch sexuell erregt sein, um eine Erektion zu bekommen; das Medikament erleichtert den Prozess nur.

Andere Behandlungen

Wenn Medikamente nicht wirksam sind, gibt es andere Optionen wie injizierbare Medikamente, Cremes, Vakuumpumpen (um den Blutfluss zum Penis zu fördern) und sogar Penisimplantate,die chirurgisch in den Penis eingesetzt werden. Es ist wichtig, diese Optionen mit einem Arzt zu besprechen, bevor Sie mit der Anwendung beginnen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen, die wir noch nicht erwähnt haben, gehören Änderungen des Lebensstils.

Das Aufhören mit dem Rauchen, die Reduzierung des Alkoholkonsums, eine Steigerung der körperlichen Aktivität und die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts tragen dazu bei, eine gesunde Durchblutung des Penis aufrechtzuerhalten und eine erektile Dysfunktion zu vermeiden.

Diese Änderungen des Lebensstils können bei Männern mit Diabetes besonders wichtig sein, da sie mit größerer Wahrscheinlichkeit Blutgefäß- und Nervenschäden im Penis entwickeln. Lassen Sie uns herausfinden, warum.

Erfahren Sie mehr überBehandlungen gegen erektile Dysfunktion.

Der Zusammenhangzwischen Diabetes und erektiler Dysfunktion

Männer mit Diabetesleiden 3,5-mal häufiger an erektiler Dysfunktion.5 Aber warum ist das so?

Ein Aspekt von Diabetes ist ein hoher Blutzuckerspiegel. Auf lange Sicht können hohe Zuckerspiegel Entzündungen der Blutgefäße verursachen. Dies führt zu Narbenbildung, wodurch die Gefäße kleiner werden und es schwieriger wird, Blut hindurchzupumpen. Wenn dies mit den Blutgefäßen im Penis passiert, kann es zu erektiler Dysfunktion führen.5

Ein hoher Blutzuckerspiegel beeinträchtigt auch die Nervenfunktion, was sich auf die Nerven auswirken kann, die zum Penis und weg von ihm führen. Da der Penis auf Nervenimpulse angewiesen ist, um erregt zu werden und zu bleiben (durch körperliche oder geistige Stimulation), können Störungen in diesem Prozess zu erektiler Dysfunktion führen.

Fettleibigkeit ist eine häufige Ursache für Typ-2-Diabetes. Diabetische Männer mit überschüssigem Körperfett leiden häufiger an Arteriosklerose (Verengung der Blutgefäße), wodurch der Blutfluss zum Penis verringert wird. Bei Ihnen treten auch häufiger hormonelle Ungleichgewichte, wie z. B. ein zu niedriger Testosteronspiegel, auf.

Fast 30% der Männer mit Diabetes haben auch niedrige Testosteronspiegel.6 Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein niedriger Testosteronspiegel bei diabetischen Männern mit erektiler Dysfunktion in Verbindung gebracht werden kann, aber es bedarf weiterer Untersuchungen, um dies mit Sicherheit sagen zu können.7 Es ist bekannt, dass ein niedrigerTestosteronspiegel die Libido verringert, was allein schon zu erektiler Dysfunktion führen kann.

Es ist bekannt, dass Diabetes das Risiko für erektile Dysfunktion erhöhen kann, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, dieses Risiko zu verringern. 

Wie Sie eine erektile Dysfunktion verhindern / abmildern können, wenn Sie Diabetes haben

Vermeidung einer erektilen Dysfunktion

Um eine erektile Dysfunktion zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie Ihren Blutzucker so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen. Wenn Ihr Blutzuckerspiegel für längere Zeit erhöht war, könnte dies immer noch dazu beitragen, die Symptome der erektilen Dysfunktion abzuschwächen. Jedoch könnte dies möglicherweise weniger effektiv sein, wenn die Nerven bereits geschädigt wurden.

Abhängig von der Art und dem Stadium Ihres Diabetes können Sie Ihren Blutzuckerspiegel möglicherweise mit Diät, Insulin und/oder anderen Diabetesmedikamenten kontrollieren. Studien zeigen, dass Metformin die Symptome der erektilen Dysfunktion verbessern kann, insbesondere bei insulinresistenten Männern.8

Eine Verbesserung Ihres Lebensstils – wo immer möglich – kann auch bei erektiler Dysfunktion helfen. Die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts gehört ebenso dazu. Studien haben gezeigt, dass eine kalorienarme, ausgewogene Ernährung und regelmäßiges Training dazu beitragen können, die Symptome der erektilen Dysfunktion zu verringern.9 Eine andere Studie ergab, dass diabetische Männer, die regelmäßig Sport trieben, seltener an erektiler Dysfunktion litten.10

Behandlung der erektilen Dysfunktion

Medikamente mit PDE5-Hemmern sind ein wirksamer Weg für Diabetiker, um ihre erektile Dysfunktion zu behandeln. Die meisten Medikamente gegen erektile Dysfunktion sind für Männer mit Diabetes geeignet, obwohl sich die Forscher nicht darauf einigen können, welcher Typ besser ist.5 Medikamente gegen erektileDysfunktion haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Durchblutung anderer Körperregionen verbessern, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungenverringert wird.5

Männer, die nicht auf PDE5-Hemmer-Medikamente ansprechen, können eine Vielzahl anderer Behandlungen ausprobieren, darunter Zäpfchen im Penis, Cremes, Injektionen, Vakuumgeräte und sogar Implantate.

Wenn Sie Diabetiker sind und mit erektiler Dysfunktion zu kämpfen haben, ist es wichtig, einen Termin mit Ihrem Arzt zu vereinbaren. Er wird in der Lage sein, Sie zu beraten, wie Sie Ihren Blutzucker am besten kontrollieren, geeignete Medikamente verschreiben und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für erektile Dysfunktion vorschlagen. Dies ist besonders wichtig, da erektile Dysfunktion ein Prädiktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein kann.

Quellen
  1. TamásV, et al. Handb Clin Neurol. 2014; 126: 223-32.
  2. NHS Inform.Erectile dysfunction.
  3. Dewitte, M etal. Sex Med 2021; 9: 100434.
  4. NHS. Erectiledysfunction (impotence). 2019.
  5. DefeudisG,  et al. Diabetes Metab Res Rev. 2022;38(2): e3494.
  6. DandonaP,  et al. J Clin Endocrinol Metabb.2011; 96(9): 2643‐2651.
  7. Korani MA, etal. Alexandria Journal of Medicine. 2018 Dec; 54(4): 319–21.
  8. Patel JP, etal. Transl Androl Urol. 2017; 6(3): 556-565.
  9. Gupta BP, etal. Arch Intern Med. 2011;171(20):1797-803.
  10. Minami H, et al. J Diabetes Investig .2018;9(1):193-198.

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